Das Elternbildnis

Philipp Otto Runge · 1806 · Original und Kopie

Philipp Otto Runge, Bildnis der Eltern des Künstlers, 1806: die Eltern im Sonntagsstaat vor ihrem Haus, daneben zwei kleine Kinder an einer Feuerlilie
Philipp Otto Runge, Bildnis der Eltern des Künstlers, 1806. Hamburger Kunsthalle. Foto: Hajotthu / Wikimedia Commons, gemeinfrei

Runges größtes Gemälde zeigt seine Eltern vor ihrem Haus in Wolgast. Das Original gehört der Hamburger Kunsthalle. In Wolgast gibt es eine Kopie von 1906 – und die wird gerade restauriert.

Zur RestaurierungDas Rungehaus

Das Bild

Wegen der angespannten politischen Lage in Hamburg zog Runge im April 1806 zu seiner Familie nach Wolgast. Im Sommer desselben Jahres malte er dort seine Eltern, Daniel Nikolaus und Magdalena Dorothea Runge. Sie stehen im Sonntagsstaat vor ihrem Haus, eingehakt, den Blick direkt auf uns gerichtet. Die Mutter hält eine Rose, der Vater Hut und Gehstock. Im Hintergrund liegen die Werft, an der der Vater arbeitete, und Schiffe.

Neben den Großeltern spielen zwei Enkel an einer hohen Feuerlilie: Otto Sigismund, Runges Sohn, und Friedrich, der Sohn seines Bruders Jacob. Alt und Jung, zwei Generationen in einem Bild – für Runge ein Gedanke vom Kreislauf des Lebens.

Titel
Bildnis der Eltern des Künstlers
Datierung
1806
Technik
Öl auf Leinwand
Maße
196 × 131 cm
Original
Hamburger Kunsthalle, erworben 1904

Die Wolgaster Kopie

Hundert Jahre nach dem Original, 1906, entstand eine Kopie des Elternbildnisses. Sie wird dem Maler Julius von Ehren (1864–1944) zugeschrieben. Eigentümerin ist die Stadt Wolgast; zu sehen war die Kopie bisher im Rungehaus.

Original und Kopie erzählen dieselbe Szene, aber verschiedene Geschichten: das eine von Runges Arbeit und seinem Weg nach Hamburg, das andere davon, dass dieses Bild auch in Runges Heimatstadt gegenwärtig bleibt. Was erzählt ein Bild, das an zwei Orten weiterlebt?

Das Bild ist gerade nicht in Wolgast.

Seit Oktober 2026 ist die Kopie in der Restaurierungswerkstatt. Das Rungehaus ist ab 1. November 2026 wegen Umbau geschlossen.

Die Restaurierung

Zum 250. Geburtstag Runges wird die Wolgaster Kopie restauriert. Am 19. Oktober 2026 hat die Diplom-Restauratorin Jenny Louise Heymel das Gemälde im Rungehaus abgehängt, verpackt und in ihre Werkstatt gebracht. Dort hat sie zunächst den Zustand des Bildes genau erfasst.

Geplant sind unter anderem eine Reinigung, die Abnahme des alten Firnisses, die Stabilisierung der Leinwand, Retuschen und die Überarbeitung des Schmuckrahmens. Jeder Schritt wird fotografisch und schriftlich dokumentiert. Über Zwischenstände berichten wir hier.

Restauratorin
Dipl.-Restauratorin Jenny Louise Heymel, Süderholz
Abholung
19. Oktober 2026
Abschluss
geplant April 2027

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Angaben zum Original nach Hamburger Kunsthalle, Sammlung Online (Inv. HK-1001).